Der Verein Zenit Saarbrücken hat seine Wurzeln in einem vom BAMF drei Jahre lang geförderten DRK-Jugendintegrationsprojekt Burbach.

Während der Projektlaufzeit ergab unsere Bedarfsanalyse, dass die jugendlichen ein großes Interesse an sportlicher Betätigung zeigen. Aus diesem Interesse an sportlichen Aktivitäten entwickelte sich die Idee, eine Hobby-Fußballmannschaft zu gründen. Die Existenz der Mannschaft war nach dem Ablauf des Projektes im März 2005 bedroht. Aus diesem Grund und aus der Tatsache, dass die Interessen der Jugendlichen über das Hobbyniveau hinaus ausgeweitet wurden, entwickelte sich die Idee, einen Sportverein zu gründen und den saarländischen Fußballverband beizutreten.

Neben den Spätaussiedler und anderen russischsprachigen Migranten sind im Verein Migranten aus Afghanistan., Marokko, Bosnien sowie Einheimische vertreten.

Unser Ziel ist es, über gemeinsame sportliche Aktivitäten junge Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zusammenzuführen und somit Aussiedler in das Gemeinwesen zu integrieren.

Zenit stützt sich auf ehrenamtliche Mitarbeiter/innen. Alle Trainer und Vorstandsmitglieder haben selbst einen Migrationshintergrund und engagieren sich seit der Gründung des Vereins ehrenamtlich.

Durch die Verbindung von Sport- und Freizeitangeboten mit sozialer Arbeit werden Beiträge zur Persönlichkeitsentwicklung (Entwicklung von Toleranz, Kompetenzen zur individuellen Problemlösung, Selbstvertrauen) ebenso geleistet werden wie zur Gesundheitsförderung.

Seit 2005 sind wir Mitglieder des saarländischen Fußballverbandes und spielten in der Saison 2005-2006 als Neuling in der Kreisliga B Saarbrücken mit.

Zurzeit sind die meisten unserer jugendlichen Spieler in Deutschland angekommen: Sie besitzen fast alle sehr gute Deutschkenntnisse, haben eine abgeschlossene Ausbildung, jeder Einzelne hat in der Schule, in der Nachbarschaft oder im Berufsleben einheimische Freunde und gute Bekannte, mit denen sie in ihrer Freizeit an viele Orten zusammenkommen.

Man könnte hier davon ausgehen, dass eine Integration in diesen Fällen erfolgt ist. Berechtigte Zweifel kommen jedoch auf, wenn man sieht, wie einfach sich fremdenfeindliches Gedankengut bei der einheimischen Bevölkerung verfangen kann, wenn sich die Aussiedlerjugendlichen untereinander treffen bzw. als Gruppe auftreten. Besonders betrifft das männliche Jugendliche: Treffen sie sich an öffentlichen Plätzen, werden sie nicht nur als kulturell Fremde wahrgenommen, sondern auch oft als Bedrohung angesehen.

Viele Trainer und Betreuer von anderen Mannschaften haben später zugegeben, dass die ganze Liga mit Spannung kulturbedingte Konflikte während unserer Spiele erwartete.

Darum hat für uns ein friedliches Miteinander aller Kulturen in unserem Land einen ganz besonderen Stellenwert und wir versuchen gegenseitige Vorurteile durch gemeinsame Feste, Freizeitaktivitäten, Öffentlichkeits- und Pressearbeit stadtweit abzubauen.

Sport, insbesondere Fußball, spielt dabei eine wichtige Rolle, da er ein Medium ist, das gerade bei den Jugendlichen eine große Bedeutung hat, einen leichten Zugang zu ihnen gewährt, mit sich Spaß bringt und sich als ein hervorragendes Lern- und Erlebnisfeld erweist. Der Fußball ist wie geschaffen für die Integration: Egal, wo man herkommt, welche Sprache man spricht oder welche Hautfarbe man hat- auf dem Feld ziehen alle an einem Strang und wollen fair gewinnen. Durch Siege gewinnt man an Selbstvertrauen, durch Niederlagen andererseits lernt man mit Frustrationen und Aggressionen fertig zu werden. Die integrative Kraft des Fußballs ist einzigartig und hilft insbesondere Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, in der Gemeinschaft Fuß zu fassen.

Im sozialen Bereich hat der Sport als sozialintegratives Gemeinschaftserlebnis besondere Integrations- und Partizipationschancen. Die gemeinsamen sportlichen Begegnungen nehmen eine wichtige Rolle im Prozess des gegenseitigen Kennen -und Akzeptierenslernens ein und ermöglichen Abbau von Vorurteilen bei den Spielern aus verschiedenen Kulturkreisen. Durch gemeinsame Feste die jungen Migranten viele einheimische Spieler kennen lernen und somit mit ihrer Mentalität und Kultur vertraut werden, was zur Überwindung der kulturellen und sozialen Fremdheit führt. Die Auftritte von Musik- und Tanzgruppen von jungen

Aussiedlern, der Karate- Abteilung von Zenit sowie kulinarische Angebote erhöhen die Attraktivität von durchgeführten Maßnahmen.

Bei allen genannten Aktivitäten steht die praktische Arbeit im Mittelpunkt. Die Migranten verschiedener nationaler oder ethnischer Herkunft engagieren sich gemeinsam mit Einheimischen. Durch unsere Aktivitäten beweisen wir, dass Zuwanderer über Fähigkeiten und Kenntnisse verfügen, die das Leben in Deutschland bereichern können und für alle Akteure im Gemeinwesen aktive und zuverlässige Partner bei Lösung sozialer Probleme sein können.